VITA
A NTJE BURR
Geboren 1976 in Berlin
`89 - `96 Druckgrafik gefördert im FEZ unter dem Mentor:
Hans Jürgen Mannweiler
Teilnahme an verschiedensten internationalen Ausstellungen und
Wettbewerben in dieser Zeit.
Ausstellungen / Auszeichnungen:
Urkunde – Prädikat „Ausgezeichnet“ 1990
Bronzeurkunde - Ausstellung in Tokio 1991
Silberurkunde – Ausstellung in Tokio 1994
Urkunde – Ausstellung in Torun 1994
Urkunde – Ausstellung in Torun 1996
1999 – 2003 Ausbildung zur staatlich geprüften Grafikdesignerin
Ausstellungen:
1989 - 1996 - Dauerausstellung im FEZ Wuhlheide
`97 / `98 - Ostseeheilbad Zingst
1997– Galerie Puchanstrasse Berlin
2013 - Steigenberger Apart Galerie Zingst
2013 -Jägerstrasse, Potsdam
2013 - "Rabu" Berlin
2013 - Villa Ehrlich, Berlin- gemeinschaftlich mit dem Künstler: Wolfgang Ramisch
2014 - Steigenberger Strandhotel & Spa
2014 - Offene Ateliers Friedrichshagen
2015 Kunstmesse B.AGL
2015 Offene Ateliers Berlin
2015 Ausstellung in der Steigenberger Apart Galerie Zingst
BERLINER LISTE 2015
2015 - 2016 Ausstellung im historischen Rathaus Friedrichshagen
2016 Ausstellung in der Steigenberger Apart Gelerie Zingst
2016 Ausstellung - Kunstscheune Barnstorf, Ostseebad Wustrow
2016,2017,2018,2019 Offene Ateliers Friedrichshagen
Galerie Grünstrasse, Berlin
2016-2018 Ausstellung in DOHA, QATAR
2017 Ausstellung im Rathaus Leutenberg
2017 Ausstellung im Rathaus Friedrichshagen "40 x 40"
2019 Shanghai International Art Fair
2025 Zeit-Kunst-Haus, Bad Schandau
Arbeiten:
Acrylmalerei
Federzeichnungen
Druckgrafiken
Abstraktion
Auftragsarbeiten
Lebt und arbeitet in Berlin


Angela Peltner mit dem Werk " Exentrischer Tiger "
Angela Peltner und Antje Burr aus Berlin, lernten sich auf einer Bierbank bei Dreharbeiten kennen. Schnell erkannten sie die Stärke des Anderen - die Kunst. In jeder freien Minute wird gemacht, worauf sie Bock haben, wofür sie brennen.
Angela als Buchautorin, Filmschaffende und Musikerin und Antje als Malerin. Die gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung haben sie auf die Idee gebracht, miteinander kreativ zu werden.
Kunst² war geboren.
Laudatio - Antje Bur
„Andere Ansichten“ – Malerei & Skulptur
20.09.2020, Art Kapella Schkeuditz, Dr. Carla Wagner
Als ich angefragt wurde für die Laudationen zu Frau Burr und Herrn
Oppermann, kannte ich Antje Burr und ihre Arbeiten nicht, sicher auch,
weil Sie in Sachsen vorher mit Ausstellungen noch nicht präsent war.
Das hat sich ja nun glücklicherweise mit der Ausstellung hier geändert.
Antje Burr arbeitet in Berlin und hat hier, sowie im Norden der Republik
und sehr früh auch international ausgestellt und dafür bereits etliche
Auszeichnungen erhalten. Sie ist somit noch vor ihrer 2003
abgeschlossenen Ausbildung als Grafikdesignerin im professionellen
Kunst- und Ausstellungsbetrieb unterwegs gewesen.
Antje Burr wuchs in Köpenick und an der Ostsee-Küste auf. Bereits in
ihrer Kindheit hat sie gezeichnet und gemalt. Vielleicht hat sie das Talent
dazu von ihrem Großvater, einem Maler vor allem von Landschaften
geerbt. In Ihren Zeichnungen spielte das Meer - die Ostsee bei Zingst –
eine große Rolle. Aber auch die Großstadt Berlin haben sie auch
motivisch und bildkünstlerisch geprägt. In einem Interview 2018 in ihrem
Atelier sagt sie zu ihren frühen Eindrücken am Meer: „Manches war noch
nicht so zugebaut wie heute. Da bin ich dann stundenlang durch die
Gegend gelaufen, habe Blumen gepflückt und die "Welt" betrachtet. Ich
beobachtete schon damals generell viel und gern und konnte das
Gesehene aus dem Gedächtnis wiedergeben, ohne dass ich es vor mir
zu haben brauchte.“ Dass sie Talent hatte, wurde glücklicherweise früh
erkannt und gefördert, so dass sie mit 16 Jahren bereits ihr erstes Bild
verkauft hatte. In ihrer persönlichen Rückschau erklärt sie dazu, dass sie
in der Schule aufgefallen ist mit ihren Bildern im Kunstunterricht und
dadurch schon früh vermittelt wurde: an den Kurs „Druckgrafik im
Pionierpalast“ in Berlin.
Dieser ist das heutige FEZ und war zu DDR- Zeiten eine gute Adresse
für talentierte Kinder. Durch diesen Kurs, welchen sie sieben Jahre lang
bis zur Abiturzeit besuchte, hatte sie schon früh die Möglichkeit erhalten,
an internationalen Wettbewerben teilzunehmen. So z. B. bei
Ausstellungen in Tokyo und Torun, wo sie Silber- und Bronzeurkunden
erhielt. Was aus dieser Zeit wohl nicht nur geblieben ist, sondern sich
verstärkt ausprägte, ist ihre Gabe, das Gesehene zu konservieren, zu
verdichten und dann neu künstlerisch umzusetzen und zu interpretieren.
Antje Burr arbeitete und arbeitet dabei immer ohne Skizzenbuch, ohne
Vorzeichnungen – sozusagen ohne doppelten Boden. Sie hat das Bild
einfach im Kopf!
In diesen frühen Jahren entwickelte sich auch ihre Nähe zur Natur und
zur Landschaft. Diese Natur- und Landschaftseindrücke regten sie zu
Beobachtungen an, weil sie einfach so schön sind, im Großen und im
Detail so viel zu bieten haben, meint Antje Burr. Diese Impressionen und
ihre Studien, ihr früh gefördertes künstlerisches Talent und ihre
Motivation, sich im grafischen und malerischen auszudrücken, führten
sie immer wieder zu ihrem Hauptthema: den Naturstudien und
Landschaften, um darin auch ihre eigene Handschrift und ihre eigenen
Techniken zu entwickeln und zu interpretieren. Die Wirklichkeit der
Natur, die Detailgenauigkeit werden abgewandelt und verwandelt. Aus
dem Ausgangspunkt der naturgetreuen Abbildung wird ein neuer, oft
abstrahierender oder abstrakter Endpunkt: das individuelle künstlerische
Werk, als gemalte Acrylbilder, " Abstrakten Platten" und vieles andere
mehr entsteht. Insbesondere die „Abstrakten Platten“ und ihre eigens
entwickelte Technik, in der sie abstrakt und in Mischtechnik auf Holz
arbeitet, ist eines ihrer Alleinstellungsmerkmale geworden.
Ihr beständiges Suchen nach der individuellen adäquaten
Ausdruckweise, dem gelungensten Einsatz künstlerischer Mittel und
Materialien führt zu der beeindruckenden Bandbreite ihrer Arbeiten. Es
finden sich Bilder mit gegenständlichen, architektonischen,
landschaftlichen und abstrakten Bezügen, meist menschenlos oder
menschenleer. Ihr Oeuvre umfasst mehr grafisch wirkende Arbeiten
ebenso, wie von starker erdig-dunkler Farbigkeit geprägte, intensiv
wirkende Malerei mit schwarzen Umrandungen der Formen, wie an
expressive Holzschnitte erinnernd. Schwarz und grafisches Arbeiten
kannte sie bereist aus ihren Anfängen in der Druckgrafik. Aber auch den
Weg zur Farbe fand sie. Er war für sie ein Prozess, der folgerichtig war,
wie selbst sagt: „Eine Herausforderung, die ich gerne auf mich
genommen habe. Richtig eingesetzt, habe ich erkannt, bedeutet Farbe
ein mächtiges Werkzeug für mich, in meinem künstlerischen Ausdruck.“
Das kann man sehr gut unterschreiben, wenn man ihre Farbarbeiten auf
sich wirken lässt. Auch wenn es Farbarbeiten sind, merkt man am
Einsatz der Struktur, Schraffur oder der Pinselführung, dass hier jemand
am Werk ist, der sich lange schon mit grafischen und druckgrafischen
Techniken beschäftigt hat. Alles wirkt selbst in großformatigen
Farbstudien und Farbspielen strukturiert. Kein wildes explodierendes
Farbchaos, sondern eine gekonnt ineinander übergehende
Farbkomposition, die kleinste Nuancen zur Ansicht bringt. Auch der Weg
zur Abstraktion, zur formalen Reduzierung und Verdichtung, führt nicht
gänzlich weg vom Realistischen. Sie gestaltetet Motive, bei denen es
einem vollkommen überlassen zu scheint, wie und wo man es verortet
und interpretiert. Manchmal glaubt man, mit dem Bildtitel auf eine Spur
geführt zu werden, aber spätestens bei „Platten mit einer Nummernfolge“
ist auch dieses Hilfsmittel erschöpft. Antje Burr setzt allein auf die
Wirkung des Werkes und das ist durchaus ein Gewinn, ein Gewinn an
Intensität. Gleichzeitig gibt es aber auch reale Orte oder real anmutende
Situationen, Szenen und immer wieder Stimmungen. Stimmungen, wie
diese von der aufgewühlten See im größeren Querformat. Mit
großzügigem Pinselduktus, trotz monochromer Farben und gerade
dadurch, ist das bewegte Meer im Nebelwetterdunst energetisch in
Szene gesetzt. Daneben kleinstteilige, zeit- und arbeitsintensive,
abstrahierte, ziselierte, landkartenartige Arbeiten, die der fantasievollen
Deutung einen Ausgangs-, aber keinen Endpunkt vorgeben.
Neben der Landschaft ist es auch die Architektur, sind es Gassen,
Häuser, städtische Szenen, die Antje Burr aufgreift. Krumm und schief
darf auch hier die Linienführung sein. Detaillierte eins zu eins getreue
Veduten- oder Stadtlandschaftsmalerei findet nicht statt. Auch wenn man
glaubt, vielleicht die Örtlichkeit zu kennen, bleibt sie eher
verallgemeinernd auf das Charakteristische, Typische, Auffallende und
damit Wichtige verdichtet – das, was der Malerin im Kopf geblieben ist.
Die Arbeiten sehen eben nicht so aus, als ob mit einem dicken
Skizzenbuch alles vorbereitet oder gar dann daraus übertragen und
vorgezeichnet wurde, sondern eher so, als ob sie eben aus der
Erinnerung und dem bleibenden Eindruck den sie hinterlassen haben,
entworfen worden sind. So wie es Antje Burr ja auch tatsächlich
handhabt.
Ihre Bilder und Impressionen scheinen auch ihre persönliche Struktur,
ihre Stimmung, ihr Befinden zu spiegeln. Von eher zart, fein, ruhig, und
farbdezent zu wilder, kraftvoller, explosiver und farbintensiver. Die
dünneren grafischen Linien gedeihen zu starken Strichen, zu kräftiger
Pinselführung, zu einer flächig-farbintensiven Ausformung. Die Farbe
gibt Charakter und Wirkung. Die Proportionen, Linien und Anordnungen
geben Struktur und Einheit. Oft sind es vertikal verlaufende Linien, die
dem Bild einen starken Sog und Ausdruck verleihen. Mitunter ergänzt,
und gebrochen durch schräg, gekrümmte Linienverläufe, gegenläufig
bereichern sie die Komposition und geben dem Bild mehr Spannung und
Abwechslung, ohne vordergründig konstruiert zu wirken. Größe und
Format der Werke unterstreichen dabei gekonnt die gewünschte
Impression.
Ihre Ansichten sind immer andere, auch die Techniken und Wirkungen.
Aber es bleibt immer ihre Ansicht von Kunst, ihr Verständnis der Dinge,
ihr Stil. Es bleibt ihre Strukturierung, ihre Farbigkeit, ihr Motiv-Kanon, ihre
wohl überlegte Formatwahl, ihr Blick für das Ganze der Ansicht und ihr
Gefühl und Gespür für die Wirkung.
Sie selbst beschreibt ihr Anliegen an die Kunst und ihr Credo wie folgt:
„Eigentlich möchte ich mit meiner Kunst etwas ganz Einfaches erreichen-
die wechselhafte Schönheit der Natur, versuche ich in einer Art
darzustellen, dass Sie mich in ihrer Gewaltigkeit nicht erschlägt.
In neueren Arbeiten nähere ich mich auch der dritten Dimension und
gebe dadurch meinen Werken eine tiefere Struktur.“
Diese Aspekte und das beständige Suchen und Experimentieren sind
wie eine verbindende Klammer einer Programmatik und einem Anspruch
an das eigene künstlerische Schaffen die Antje Burr und Jürgen
Oppermann verbinden.
Dr. Carla Wagner
Sachgebietsleiterin
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Quelle der Zitate:
Atelierbesuche - Antje Burr - Friedrichshagener Schirm
www.friedrichshagen.net › start › nachrichtendetails
www.friedrichshaegn.net/kunst/atleierbesuche/antje-burr
19.3.2018
Das Gespräch führten Renate Patzwaldt und Stefan Mensah
abgerufen am 17.9.2020